Stromversorgung

Stromversorgung von Rechenzentren

Die meisten Unternehmen haben inzwischen weitgehend die elektronische Datenverarbeitung sowie die Datenübertragung über das Internet in ihre Prozesse integriert. Die Produktion wird elektronisch gesteuert und überwacht, genauso wie die Distribution, das Personalmanagement und das Rechnungswesen. Ohne den schnellen Informationsaustausch und ein reibungsloses Funktionieren der betriebsinternen sowie externen Netzwerke könnte ein Unternehmen heutzutage nicht mehr im internationalen Wettbewerb bestehen.
Je nach Größe des Unternehmens kann dies von einer kleinen PC-Lösung oder einem einzelnen Serverschrank bis hin zu Rechenzentren in der Größenordnung von einigen Tausend Quadratmetern reichen. Die fundamentalen Anforderungen bleiben aber stets die Gleichen: Maximale Datensicherheit und ununterbrochene Betriebsbereitschaft bei vertretbaren Kosten.

Sichere Stromversorgung ist kritisch

Für die ständige Betriebsbereitschaft sowie für die Sicherheit der Daten ist eine ununterbrochene Stromversorgung absolut kritisch, denn ohne Elektrizität passiert in elektronischen Anlagen absolut nichts. Eine sichere Stromversorgung ist aber ebenfalls für die Beleuchtung, die elektronische Zugangskontrolle, den Brandschutz und vor allem auch für die Klimatisierung des Rechenzentrums erforderlich. Ein Ausfall der Klimatisierung kann angesichts der Hitzeentwicklung der elektronischen Komponenten zu einer Selbstabschaltung der Geräte und im ungünstigsten Fall zu kostspieligen technischen Defekten führen.

Black-Out und Brown-Out

Die Stromversorgung funktioniert in Deutschland sehr zuverlässig und totale Stromausfälle (Black-Outs), die u.a. von Unwettern hervorgerufen werden, sind eher selten. Nicht ganz so selten sind Schwankungen in der Spannung, sogenannte Brown-Outs. Diese werden oft in ihrer Wirkung unterschätzt, sie können aber durchaus zu erheblichen Störungen bei Servern und anderen Netzwerkkomponenten führen und sogar Hardwareschäden verursachen.

Die Planung für das Worst-Case-Scenario

Für größtmögliche Sicherheit empfiehlt es sich, die Stromversorgung redundant anzulegen und mehrere Stromversorger mit unterschiedlichen Leitungen einzubinden. Dies ist jedoch nicht immer ohne weiteres durchführbar und zudem mit sehr hohen Kosten verbunden. Daher dürfte dies nur für sehr große Rechenzentren ein gangbarer Weg sein.
Angesichts der Bedeutung einer ununterbrochenen Stromversorgung sollte aber jedes Rechenzentrum auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein. Es stehen inzwischen sehr gute technische Möglichkeiten zur Verfügung, um sich auf diese Fälle vorzubereiten. Die üblichen Netzteile bieten einen gewissen Schutz lediglich im Millisekundenbereich, was im Ernstfall nicht ausreichen dürfte. Ein auf Batterien basierendes USV-System deckt die Zeit ab, bis ein Notstromaggregat einspringt. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt von der Dimensionierung der Batterien ab. Regelmäßige Kontrollen des Ladezustands der Batterien sind Voraussetzung für die Sicherheit.
Ein Notstromaggregat, das beispielsweise mit Diesel betrieben wird, bietet eine weitere Stufe der Betriebssicherheit, denn bei größeren Unwettern, wie etwa den Herbststürmen, kann nicht ausgeschlossen werden, daß die öffentliche Stromversorgung großflächig und über mehrere Stunden beeinträchtigt werden kann.